Home > Leistungen unserer Augen-Tierarztpraxis > Augenuntersuchungen bei Tieren

Augenuntersuchungen bei Tieren

Spaltlampenuntersuchung - mikroskopische Untersuchung des vorderen Auges

Bei der Spaltlampenuntersuchung werden die Lider, die Bindehaut und die vorderen Augenabschnitte (Hornhaut, vordere Augenkammer und Linse) untersucht. Dabei dient die Spaltlampe als Mikroskop (10 bis 15fache Vergrößerung). Viele Erkrankungen wie z.B. bestimmte Hornhautentzündungen oder der graue Star (Katarakt) können nur mithilfe der Spaltlampenuntersuchung diagnostiziert werden.
Zur Untersuchung der Linse sollte die Pupille weitgestellt werden. Dies erfolgt mit Augentropfen, die nach 15-20 Minuten wirken und die Pupille erweitern.

Ophthalmoskopie - Untersuchung der Netzhaut und des Sehnerven

Netzhautuntersuchung
Auf dem Monitor erscheint die Netzhaut.

Mit der indirekten Ophthalmoskopie (Spiegelung) wird der Augenhintergrund (Netzhaut mit Sehnervenpapille) untersucht. Dazu werden ein spezielles Ophthalmoskop und verschiedene Lupen verwendet. Die Netzhaut (Retina) kann während der Untersuchung auf einem Monitor direkt von den Besitzern mit gesehen werden.

Der Augenhintergrund unserer Haustiere hat ein sehr variables Aussehen. Deshalb sind nicht nur die entsprechenden Instrumente sondern auch ein großes Fachwissen, aber vor allem Erfahrung notwendig, um die Befunde interpretieren zu können.
Folgende Bilder sind Beispiele von Variationen gesunder Hunde- und Katzenaugen:

Tonometrie - Augeninnendruckmessung

Die Tonometrie ist die Messung des Augeninnendrucks. Sie wird mit einem speziellen Druckmessgerät (Tonopen, Tonovet) in Lokalanästhesie durchgeführt. Um einen grünen Star zu diagnostizieren oder die Therapie des grünen Stars zu kontrollieren, ist eine Tonometrie unerlässlich. Der normale Augeninnendruck bei Hund und Katze liegt unter 25 mmHg, meist bei 10-18 mmHg.

Schirmer Tränentest

Die Tränenproduktion kann mit speziellen Papierstreifen überprüft werden (Schirmer Tränentest). So kann ein trockenes Auge erkannt werden. Die Teststreifen werden in das Unterlid eingehängt und nehmen die gebildete Tränenmenge (den sog. Reiztränenfluss) auf. Auf der Skala kann dann der erreichte Wert abgelesen werden. Beim Hund liegt der Wert bei einem gesunden Auge bei 15 mm.

Fluoreszeintest

Besteht der Verdacht einer Schädigung oder Verletzung der Hornhaut, kann ein Fluoreszeintest hilfreich sein. Der Farbstoff Fluoreszein wird dabei in Kontakt mit der Hornhaut gebracht und färbt sie dort an, wo die Oberfläche nicht intakt ist (siehe Bilder). Mit Hilfe von Blaulicht und der Spaltlampe wird die betreffende Stelle dann genau untersucht.
Aber auch eine raue, unebene Hornhautoberfläche kann mithilfe von Fluoreszein erkannt werden. In diesem Fall haftet der Farbstoff diffus auf der (normalerweise glatten) Oberfläche.

Untersuchung der Tränenwege (Tränennasengang)

Die Tränenwege werden darauf untersucht, ob sie durchgängig sind. Unter Lokalanästhesie wird ein Tränenpunkt sondiert und Flüssigkeit hineingegeben. Sind die Tränenwege frei, tritt die Flüssigkeit aus der Nase aus. Diese Untersuchung hilft dabei, Entzündungen und Fremdkörper im Tränennasengang zu diagnostizieren.

Gonioskopie - Untersuchung des Kammewinkels

Die Gonioskopie ist eine Spezialuntersuchung bei Patienten mit grünem Star (Glaukom) oder bei Rassen, die eine Veranlagung zum Glaukom haben (z.B. der Basset, der Sibirian Husky oder der Amerikanische Cocker Spaniel). Dazu wird in Lokalanästhesie eine spezielle Linse auf das Auge gesetzt, die eine Untersuchung des Kammerwinkels ermöglicht.

Der Kammerwinkel ist die Struktur, durch die das Kammerwasser das Auge verlässt.
Beim erblichen Glaukom ist dieser Kammerwinkel verändert.

Ultaschalluntersuchung des Auges (Sonographie)

Die Ultraschalluntersuchung am Auge wird durchgeführt, wenn bespielsweise durch eine Trübung der Hornhaut der Einblick in das Auge nicht mehr möglich ist und ein Tumor, eine Linsenluxation oder eine Netzhautablösung ausgeschlossen werden sollen. Außerdem wird die Sonographie bei allen Patienten, die am grauen Star operiert werden sollen, angewandt.
Für den Ultraschall wird die Hornhaut mit Tropfen betäubt. Anschließend wird der Schallkopf mit einem Ultraschallgel auf die Augenoberfläche gehalten.

Elektroretinogramm (ERG) - Untersuchung der Netzhautfunktion

Das ERG (Elektroretinogramm) ist ein Funktionstest der Netzhaut. Bei dieser Spezialuntersuchung werden elektrische Ströme abgeleitet, die die Netzhaut als Reaktion auf Licht über den Sehnerven an das Gehirn weitergibt.

Skiaskopie

Skiaskopie beim AugentierarztMit einem Skiaskop wird bei weiter Pupille die Sehschärfe bestimmt.

Weitere Untersuchungen in Lokalanästhesie

Die örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) der Bindehaut und Hornhaut wird durch Augentropfen erreicht, die bereits nach wenigen Sekunden ihre Wirkung entfalten. In Lokalanästhesie kann das dritte Augenlid (auch Nickhaut genannt) vorgelagert und genau untersucht werden. Dies ist häufig notwendig und vor allem bei der Suche nach pflanzlichen Fremdkörpern von Bedeutung.
Desweiteren können in Lokalanästhesie Proben für die zytologische Untersuchung der Hornhaut und Bindehaut gewonnen werden.

Netzhautfotografie

Die Netzhautfotografie dient der Dokumentation von Befunden und ermöglicht damit den Vergleich mit Vorbefunden bei Kontrollen. Nur so kann beurteilt werden, ob eine Verbesserung oder Verschlechterung eingetreten ist. Bei der Untersuchung auf erbliche Augenkrankheiten, ist die Dokumentation von Befunden zusätzlich Pflicht.

Ästhesiometrie

ÄsthesiometrieBei der Ästhesiometrie wird die Sensibilität der Hornhaut gemessen. Mit einem speziellen Gerät wird die Reizschwelle der Hornhautnerven bestimmt.

Die Blutdruckmessung

Blutdruckmessung bei einer KatzeBluthochdruck kann am Auge zu schweren Veränderungen führen, die nicht selten vor allem bei älteren Katzen zur Erblindung führen. Deshalb wird bei diesem Patienten eine Blutdruckmessung durchgeführt. Es ist möglich, daß Ihnen außerdem eine weitere Untersuchung durch einen Veterinärkardiologen angeraten wird.

Kernspintomographie

Bei einigen Fällen ist als Zusatzuntersuchung eine Tomographie notwendig, um die Gewebe hinter dem Auge, den Sehnerven und das Gehirn darzustellen. So können vor allem Tumoren der Sehnerven und des zentralen Nervensystems mit der Kernspintomographie diagnostiziert werden.

Röntgen des Schädels

Röntgen des SchädelsDie Röntgenuntersuchung des Schädels wird sehr selten bei Patienten mit Augenerkrankungen benötigt. So kann beispielsweise bei Problemen des Tränennasengangs eine Kontrastdarstellung den Verlauf oder Engstellen des Ganges aufzeigen.

Untersuchung auf erbliche Augenerkrankungen (DOK-Zuchtuntersuchung)

Bei zahlreichen Hunde- und Katzenrassen besteht eine Veranlagung (Prädisposition) oder Erblichkeit für bestimmte Augenerkrankungen. Dazu gehören unter anderem der graue Star (Katarakt), die primäre Linsenluxation (PLL), der grüne Star (Glaukom) oder die progressive Retinaatrophie (PRA).
Wie und ob die einzelnen Erkrankungen vererbt werden, ist für jede Rasse unterschiedlich. Deshalb ist bei vielen Rassen eine Augenuntersuchung auf erbliche Augenerkrankungen anzuraten oder sogar zur Zuchtzulassung vom Zuchtverein vorgeschrieben.
Diese Augenuntersuchung auf erbliche Augenerkrankungen umfasst die Spaltlampenuntersuchung und die indirekte Ophthalmoskopie. Bei einigen Rassen ist zudem eine Gonioskopie (s.u.) vorgeschrieben. Zur Untersuchung werden Augentropfen ins Auge gegeben, die nach ca. 15-20 Minuten die Pupille dilatieren. Die Wirkung dieser Augentropfen hält wenige Stunden an. Nur wenige Rassen müssen bereits vor der Augentropfengabe untersucht werden. Ist eine Tätowiernummer oder ein Mikrochip vorhanden, werden die Nummern zur Identifikation des Tieres mit den Angaben in der Ahnentafel verglichen. Deshalb ist es notwendig, dass zu dieser Augenuntersuchung eine Kopie der Ahnentafel vorgelegt wird. Die Ergebnisse der Untersuchung werden in ein spezielles, europaweit einheitliches Formular eingegeben. Dieses Formular enthält mehrere Durchschläge, von denen jeweils einer an den zuständigen Zuchtverein, die tierärztliche Zentrale und den Tierbesitzer weitergegeben werden, eine Kopie verbleibt immer beim Veterinärophthalmologen.